Posts mit dem Label Rezensionen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rezensionen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 25. Dezember 2011

[Rezension] Dave Eggers: Zeitoun




:: Dave Eggers


:: Zeitoun


:: ISBN: 978-3-462-04299-3


:: Erscheinungsdatum: 15. Februar 2011
:: 368 Seiten, gebunden

:: Euro (D) 19,95





Inhalt laut Verlag:

Dave Eggers erzählt in seinem jüngsten, vielfach ausgezeichneten Werk die wahre Geschichte der amerikanisch-syrischen Familie Zeitoun, die nach dem Hurrikan Katrina unschuldig ins Visier der amerikanischen Terrorismusfahnder gerät.

Als der Hurrikan Katrina sich im August 2005 New Orleans nähert, beschließt Abdulrahman Zeitoun, Vater von vier Kindern, seine Familie Schutz in Arizona suchen zu lassen, selbst aber in der Stadt zu bleiben, um sein Haus und die Arbeitsstätten seines Malerbetriebes im Auge zu behalten. In den Tagen nach dem Sturm fährt er mit seinem Kanu durch die überflutete Nachbarschaft und hilft, wo er kann. Am 6. September wird Zeitoun ohne Angabe von Gründen von der Nationalgarde verhaftet und zunächst in ein provisorisches Gefängnis gesteckt, wo er unter unmenschlichen Bedingungen und ohne Kontaktmöglichkeit nach außen festgehalten wird. Für seine Familie bleibt Zeitoun spurlos verschwunden. Erst nach Wochen erreicht sie auf Umwegen ein Lebenszeichen und sie beginnen, um Zeitouns Freilassung zu kämpfen.

Drei Jahre arbeitete Dave Eggers an diesem Buch, das in enger Kooperation mit der Familie Zeitoun entstanden und glänzend recherchiert ist. Ein berührendes, bewegendes Buch über eine Familie, die unschuldig in das Räderwerk eines unbarmherzigen Systems gerät. Indem der große amerikanische Autor Dave Eggers leise Töne anschlägt, nur erzählt, was sich zugetragen hat, nicht wertet, erzielt er durchschlagende Wirkung.


Wahrheiten-Rezension:


Dies ist die Geschichte einer muslimischen Familie, die in den Vereinigten Staaten lebt. Es ist die Geschichte einer multikulturellen Ehe, die Geschichte der Migration, der Hoffnung und der Sehnsucht nach der Heimat! Dave Eggers gelingt es ein weiteres Mal, die Realität mit Worten einzufangen, dass man als Leserin das Gefühl hatte ganz nah dabei zu sein.

Es gelingt ihm auch den Islam und das Leben mit ihm in einem Umfeld, in welchem es keine Selbstverständlichkeit ist, darzulegen. Die Religion und das Leben mit ihr so zu schildern ohne aufdringlich zu wirken. Die an den richtigen Stellen wiedergegebenen Koranverse runden dieses Gefühl noch weiter ab. Als Muslima habe ich nicht selten mit einem Lächeln weitergelesen, weil die Worte des Koran alles kurz und treffend formulierten, was der Autor in diesem Moment sagen wollte!

Aber es ist auch die Geschichte einer Ohnmacht, einer Lähmung! Von Verrat und Enttäuschung!

Auch ich frage mich nach der Lektüre dieses Buches wie die Frau des Protagonisten: Ist das alles wirklich geschehen? Ist das in den Vereinigten Staaten geschehen? In einem Land in dem die Menschen sich nicht selten damit rühmen im Land der Freiheiten zu leben.. In einem Land, dass sich rühmt für die Rechte anderer einzustehen, ohne dabei in ihre eigenen Reihen innerhalb ihrer eigenen Grenzen zu schauen???...So viele Dinge hätten getan werden können. So viele Menschen ließen es geschehen. Und noch erschreckender ist die Tatsache, dass diese Ereignisse immer noch da Draußen geschehen.... dass genau in diesem Moment zahlreiche Ungerechtigkeiten in einer so „Glänzenden“ Welt geschehen. Hinter einem Schleier der Blindheit! Dabei ist meist nur ein Mensch erforderlich, eine kleine Tat, um vor der Dunkelheit ins Licht zu treten.

An zahlreichen Passagen der Lektüre dieses Buches habe ich mich gefragt, wieso tue ich mir das an? Wieso lese ich Dinge die mich so erschüttern? Aber im nächsten Augenblick habe ich mir diese Fragen auch schon beantwortet. Weil ich nicht wegschauen möchte!... Weil ich mich wenigstens durch die Kenntnisnahme des Leidens dieser Menschen nicht vor Ihrer Geschichte verschließen möchte. Nein! Dieses Buch sollte jeder lesen. Lesen und erzählen und wahrnehmen! Zumindest jeder, der die Wahrheit erträgt!

Ich möchte an diese Stelle dem @kiwiverlag danken. Zum einen, weil sie ein Sprachrohr für das Leiden und Erlebnisse der Familie Zeitoun sind und zum Anderen dafür, dass sie uns Leserinnen die Gelegenheit geben, darüber zu schreiben! Danke!




Montag, 14. März 2011

[Rezension] Vanessa Diffenbaugh: Die verborgene Sprache der Blumen


GENRE Schicksal & Familiengeheimnisse,Gehobene Unterhaltung ::ORIGINALTITEL The Language of Flowers :: SEITENZAHL 416 ::PREIS EUR (D) 19,99 :: ISBN 3-426-19904-1 ::erschienen am 14.03.2011 im Droemer VERLAG ::

Inhalt:

Victoria wächst in zahlreichen Pflegefamilien auf und hat eine Odyssee von Enttäuschungen hinter sich als sie „Elisabeth“ kennenlernt, die ihr, das Gefühl vermittelt, es wert zu sein geliebt zu werden. Es scheint, als würde sich ihr Schicksal wenden und sie sei angekommen. Elisabeth ist es auch, die Ihr die Sprache der Blumen näher bringt. Victoria öffnet sich eine neue Welt in der sie sich sicher fühlt. Blumen sind, so wird ihr klar, eindeutig und beständig. Blumen sind, so ist sie überzeugt treu und können einen nicht verlassen. Blumen sind ihr lieber als Menschen und so lernt sie durch die Sprache der Blumen mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren. Blumen sind für sie ihre Buchstaben, Blumen sind für sie Worte, die sie anders nicht auszudrücken vermag. Als aber durch einen tragischen Fehler Ihre sicher geglaubte Idylle zerstört wird, bleibt ihr nur noch die Leidenschaft und die Sicherheit der Blumen. Es beginnt eine bewegende und mitreißende Geschichte vom Leben mit und durch die Blumen....

Wahrheiten- Rezension:

Mit "Die verborgene Sprache der Blumen" hat Vanessa Diffenbaugh ein Roman geschaffen, welches den Leser in eine Welt entführt, in der man eine andere Sprache spricht. Nämlich die Sprache der Blumen. Dem Leser eröffnet sich eine völlig neue Perspektive. Man betrachtet die Welt durch die Augen der Blumen und lernt mit einzelnen Worten viel auszudrücken. Durch den flüssigen Sprachstil der Autorin ist man sehr schnell in der Geschichte und kann sich dem Bann der Blumen nicht entziehen. Das Schicksal der Protagonistin wird zum eigenen und nimmt förmlich vor den Augen Gestalt an. Vanessa Diffenbauer gelingt es mit ihrem Roman eine traurige Schicksalsgeschichte so einfühlsam zu erzählen, dass sie wunderbar und traurig zu gleich ist. Ich fand es sehr schade, als das Buch zu Ende war und habe es bedauert, die Welt der Blumen verlassen zu müssen. Victoria hat sich einen Platz in meinem Herzen erkämpft und wird ihn so schnell nicht wieder verlassen!

Fazit:

Dies ist ein Buch, welches noch sehr lange nachhallt! Absolut empfehlenswert! Ich bin beeindruckt!

Sonntag, 20. Februar 2011

[Rezension] Delphin De Vigan: Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin

EUR (D) 18,00
252 Seiten
erschienen im September bei Droemer Knaur Verlag

Inhalt:

Mathilde ist alleinerziehende Mutter von 3 Kindern, erfolgreiche stellvertretende Marketingleiterin und steht mit beiden Beinen mitten im Leben. Eigentlich, so scheint es ihr ist sie unerschütterlich. Bis zu diesem einen unscheinbaren Moment in Ihrem Leben, wo sich alles ändert. Ein Moment, der ihr ganzes Leben aus dem Gleichgewicht bringt. Ein Moment, der einen langsam anwachsenden Zerstörungsprozess ins Gang setzt....

Theobald, ein freier Arzt, der in der Routine seiner Tätigkeit in der Großstadt gefangen ist. Einem Leben, welches er sich ausgesucht hatte. Ein Leben in ständiger Bewegung. Es ist aber auch ein Leben in ständiger Begegnung mit der Einsamkeit und des Zerfalls. Thibault ist Gefangen in diesem Leben. Gefangen von einer nicht erwiderten Liebe zu einer Frau. Gefangen von seinen Emotionen und seinen Abhängigkeiten.....

Mathilde und Thibault, zwei Menschen, die zerbrochen sind, zwei Menschen, die müde sind... zwei Menschen, die sich nicht kennen, die so unterschiedlich sind und doch das gleiche Leid in sich tragen...Die Ohnmacht....

Wahrheiten-Rezension:

„Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin“ ist der erste Roman der Autorin, welches ich gelesen habe aber wird es sicherlich nicht bleiben. Die Geschichte Mathildes und Thibaults hat mich von der ersten Zeile an gefesselt und berührt. Die Worte fanden ihren Weg in die tiefsten Empfindungen meiner Seele und haben mich sehr berührt. Die Geschichte spielt an einem einzigen Tag. Der Schwerpunkt liegt nicht an dem Geschehenen, der Handlung, sondern eher am Gefühlten. Es ist eine Geschichte innerer Kämpfe. Das Buch hebt den Leser in eine andere Ebene, eine Ebene fern ab von Augen und Ohren. Es ist die Ebene der Sinne. Die Autorin schafft starke Nähe und Identifikation zum Erlebten, in dem sie Worte für Dinge findet, die man oft selber gefühlt aber oft nicht auszudrücken vermochte, ja gar nicht bewusst war, dass man sie so empfunden hat. Genau so und nicht anders!

Zitat: „Jetzt ist es anders. Jetzt ist sie reizbar und müde, es kostet sie übermenschliche Anstrengung, einem Gespräch länger als 5 Minuten zu folgen, sich für das zu interessieren, was sie erzählen, manchmal bricht sie grundlos in Tränen aus, wenn sie allein in der Küche ist, wenn sie ihre schlafenden Kinder sieht und wenn sie leise zu Bett geht.“


Fazit:

„Ich hatte vergessen, das ich verwundbar bin“ führt den Leser in sein tiefstes Innere und öffnet ein Fenster in eine Ebene, welche nur zu wenig Beachtung findet. Die innere Stimme der beiden Charaktere hallen noch lange nach Beenden des Buches nach!

Dienstag, 1. Februar 2011

[Rezension] Nafisa Haji: Worte auf meiner Stirn

VERLAG

Droemer

ORIGINALTITEL

The Writing on my Forehead

SEITENZAHL

368

PREIS

EUR (D) 19,95

ISBN

3-426-19842-8

ERSCHEINUNGSTERMIN

02.11.2009

Inhalt:

Saira ist die jüngere Tochter einer indischen Familie, die in den Staaten lebt. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Ameena, entspricht sie nicht den klassischen traditionellen Rollenverständnis ihrer Eltern. Während ihre Schwester in indischer Tradition sehr früh heiratet, entscheidet sie sich eher für ein Leben in Freiheit und Rebellion. Ihr Weg dorthin beginnt mit einer Reise nach Pakistan, wo sie in die Geheimnisse Ihrer Familie begegnet. Gemeinsam mit ihrem Cousin, der Fotograph ist, beginnt ihre Reise und Mission Ungerechtigkeiten in der Welt aufzuzeigen. Sie ist hin und her gerissen zwischen Tradition und Rebellion bis sie eines Tages durch ein Schicksalsschlag zu einer Entscheidung gezwungen wird, die ihr ganzes Leben verändern soll....

Meinung:

„Worte auf meines Stirn ist die Geschichte eines Kampfes zwischen Moderne und Tradition. Es ist die Geschichte einer Wandlung, der Wandlung indisch/pakistanischer Geschichte. Die Autorin erzählt auf rührende und bewegende Weise die Erlebnisse der Saira, die stellvertretend für viele Frauen dieser Kultur steht. Sie erzählt von einem Kampf,der nicht nur in der Gefühlswelt der Protagonistin ausgetragen wird. Der Leser taucht ein in eine fremde aber doch so bekannte Welt. Er/Sie erfährt auf angenehme und nicht aufdringliche Weise viel von dem Islam, dem Vertrauen, der indisch/pakistanischen Geschichte und der Auswanderung von Menschen nach Amerika, in ein Land, in welchem sie tagtäglich erfahren, was es heisst, anders zu sein.

Fazit:

Worte auf meiner Stirn ist eine Reise in eine Welt, in die es sich zu reisen lohnt...

Dienstag, 14. Dezember 2010

[Rezension] Corina Bomann: Sturmsegel


345 Seiten
EUR: 10,99
ISBN: 978-3-7090-0044-1
erschienen bei Ueberreuter

Inhalt:

Deutschland im 17. Jahrhundert. Die Geschichte handelt im ersten Drittel des dreißig jährigen Krieges. Anneke lebt mit ihrer Mutter allein in einem Haus in Stralsund. Sie ist 15 als ihre Mutter völlig überraschend an einem Herzversagen stirbt. Ihr Leben geriet aus den Fugen. Von einem Moment auf den anderen ist sie vollkommen auf sich allein gestellt. Bald erscheint aber ein fremder Kaufmann, der sich als ihr Vater ausgibt und sie mit zu sich nimmt. Anneke ist erleichtert und schöpft Hoffnung, die aber sehr bald durch die Missgunst ihres Stiefbruders zerstört wird. Als der Krieg auch Stralsund erreicht, schickt ihr Vater Anneke nach Schweden zu ihrer Stieftante, von deren Existenz sie bis dahin nicht einmal Kenntnis hatte. Auch dort ist sie nicht willkommen und schon bald flieht sie und kämft sich als Magt in einer Schenke durch. Als sie den jungen Schweden Igmar kennenlernt, scheint ihr Schicksal eine Wende zu nehmen. Aber für wie lange??....


Wahrheiten-Rezension:

Corina Bomann schafft mit ihrem Jugendbuch „Sturmsegel“ eine Atmosphäre der rauhen See und gibt dem Leser einen Einblick in das Leben am Meer. Man spürt den Wind, riecht das Meer und fühlt die kalte Briese. Der Leser ist umgeben von prächtigen Schiffen und Segeln. Er bekommt Einblick in die Schiffsbaukunst und kann die Entstehung eines Segelschiffes mitverfolgen. Daneben erhält der Leser einen Einblick in die Zeit des 17. Jahrhunderts. Corina Bomann gelingt es durch ihren Roman Gesellschaftskritik zu üben, in dem sie das schwere Leben der Frauen zu dieser Zeit beschreibt. Eine Zeit, in der man als "Hurenbalg“ beschimpft wird, weil man unehelich geboren wurde und in der Frauen nicht auf Schiffe dürfen, da diese sonst das Schiff samt Mannschaft ins Unglück stürzen.

Es ist aber auch eine Geschichte über die Liebe. Die zarte neue Liebe, die Liebe Annekes zu Igmar aber auch die langwierige täglich wachsende Liebe, die Liebe des Schiffbauers zu seiner Frau.

Zu kritisieren ist jedoch, dass der Geschichte die nötige Tiefe fehlt. Auf 337 Seiten geschicht unheimlich viel und wird meines Erachtens leider nur angedeutet. Vieles wird „angekratzt“ aber nicht näher ausgeführt, so dass es mir schwer viel mich wirklich in die Emotionen der Protagonistin hineinzuversetzen. Es herrscht Krieg. Dennoch erfährt der Leser nicht viel von dem Elend dieser Zeit. Zum Ende hin verliert die Geschichte auch an Glaubwürdigkeit durch aneinandergereihte sehr unwahrscheinliche Zufälle.

Fazit:

Alles in allem halte ich „Sturmsegel“ durchaus für ein Buch, welches im Ansatz sehr schön ist, aber leider diesen Ansatz nicht weiterverfolgt. Es ist zu vergleichen mit einem schönen Lied, welches man aus der Ferne hört, das einen aber nicht fesseln kann, weil es zu weit weg ist.

Samstag, 27. November 2010

[Rezension] Polly Shulman: Die geheime Sammlung




  • Autor(en) Polly Shulman
  • Verlag PAN
  • Seitenzahl 352
  • Preis EUR (D) 14,95
  • ISBN 978-3-426-28331-8
  • Erscheinungstermin 05.05.2010

Als kleine Kinder haben wir sie alle vorgelesen bekommen und geliebt. Märchen! Märchen, in denen so vieles möglich ist. In der man in Welten entführt wird, wo Teppiche fliegen, Spiegel reden und Kämme Schönheit verleihen können. In denen Nüsse Zauberkräfte besitzen und aus Flaschen Geister entweichen, die einem unzählige Wünsche erfüllen..

Eine Welt in die man sich als Kind so oft hingewünscht hat.

Stellt Euch nun vor diese Welt sei nicht nur in den Bücher verborgen...

Stellt Euch vor, all diese zauberhaften und geheimnisvollen Dinge wären Wirklichkeit...

Stellt Euch vor, sie wären für Euch erreichbar....

Polly Shulman schafft es mit Ihrer Geschichte der „geheimen Sammlung“ dieser Vorstellung Realität zu verleihen. Sie kreiert eine Welt, in der der Protagonistin ermöglicht wird, mit all diesen märchenhaften Gegenständen und Zaubereien in Berührung zu kommen.

Elizabeth ist ein Mädchen, welches scheinbar selbst aus einem Märchen zu stammen scheint. Sie hat ihre Mutter verloren und lebt mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern zusammen. (Na, kommt euch das bekannt vor?) Sie fühlt sich einsam und diese Einsamkeit wird auch noch durch die Schwierigkeiten an einer neuen Schule Freunde zu finden verstärkt. Als sie eines Tages von ihrem Lehrer den Vorschlag erhält in einem Museum zu arbeiten, sieht sie zunächst einmal darin eine Chance ihrer Einsamkeit zu entfliehen und Abstand zu ihrem so eintönigen Leben zu erhalten. Die Arbeit im Repositorium der verleihbaren Schätze entpuppt sich aber viel mehr als das. Es verändert ihr Leben auf eine drastische Art und Weise und verändert ihre Vorstellung der Realität. Es scheint nichts mehr, wie es ist. Ohne ihr zutun findet sie sich bald in einer Verschwörung wieder, und es liegt an ihr die Schätze des Repositoriums zu beschützen. Ein Abenteuer der anderen Art beginnt, in der nichts mehr so ist wie es scheint.

„Die geheime Sammlung“ ist ein Jugendbuch und sowohl der Sprachstil, als auch der Ablauf der einzelnen Handlungen sind dieser Tatsache passend. In einer flüssigen Sprache kreiert Polly Shulman mit ihrer Geschichte über die verzauberten Gegenstände eine Welt, die den Leser in Kindheitserinnerungen zurückversetzt. Wer allerdings viel Spannung erwartet wird enttäuscht, denn aufregend und wahnsinnig überrascht wird man nicht. Es ist eine schöne, leichte Geschichte, die angenehm zu lesen ist. Schnell schließt man die Charaktere, die jeder für sich sehr gut gezeichnet sind, ins Herz und begleitet sie in ihre Welt der magischen Momente.

Die geheime Sammlung ist sowohl optisch als auch inhaltlich überzeugend und für jeden Jüngeren und jung gebliebenen eine Reise, die sich lohnt.

Montag, 1. November 2010

[Türkische Kinderbücher] "Lingo ile Gringo. Almanca ögrenelim." von Terzio



Short Facts

Titel: Almanca öğrenelim Lingo & Gringo ile

Gemeinsam singen auf Türkisch und

Deutsch–Deutsch als Zweitsprache

Illustrationen: Evelyn Scherber

Songtexte & Musik: Holger Buhr, db media, Neuwied

Altersgruppe: ab 4Jahren

Medium: Bildwörterbuchmitbeiliegender Musik-CD

Laufzeit: ca. 45 Minuten

Ausstattung: 32Seiten, viele 4-fbg. Illustrationenmit

allen Liedtexten undÜbersetzung

Verlag: Terzio

VK: 12,95 EUR (D)

ET: August 2010

ISBN: 978-3-89835-782-1





Gemeinsam singen auf Türkisch und Deutsch!

Heute möchte ich Euch ein meines Erachtens gelungenes Lernkonzept von Terzio vorstellen. Das Buch fand Dank unseres gemeinsamen Projektes mit buecherkinder.de den Weg zu mir und mein Sohn und ich sind begeistert und hatten großen Spass mit diesem Buch plus Musik-CD.
Mit lustigen Liedern tanzend Sprache lernen. Dies ist das Lernkonzept von der Reihe Lingo & Gringo von Terzio. Das nenne ich mal eine tolle Idee!

Auf den ersten Blick ist das Büchlein sehr unscheinbar. Nimmt man die mitgelieferte Musik-CD heraus und spielt sie ab, entwickelt es aber sein Eigenleben. Es scheint, als würden durch die witzigen Lieder die Wörter in beiden Sprachen ganz einfach den Weg in die kleinen Kinderköpfe finden! Man singt über die Wochentage, über Farben, über Tiere und vieles mehr. Insgesamt sind 10 Lieder auf der CD und decken verschiedene Bereiche ab, so dass Kinder spielend und tanzend ihre sprachlichen Fähigkeiten stärken. Das Konzept ist sowohl für Kinder geeignet, die die jeweils andere Sprache noch gar nicht beherrschen, oder aber auch für die jenigen, die sie kennen. Es war schön anzusehen, wie mein Sohn tanzend, singend seinen deutschen Freunden von seiner türkischen Sprache erzählen konnte. Es wurde gemeinsam gesungen und getanzt. Genau wie das Konzept es vorsieht.

Die beiden Monster Lingo & Gringo begleiten die Kinder auf ihrer Reise in die Welt der Sprachen. Das bunte Bilderbuch bietet alle auch der Musik-CD enthaltenen Lieder, wobei jede Sprache jeweils die Farbe des einen Monsters hat. So können Kinder leicht erkennen, welche zusammen gehören. Auf der gegenüberliegenden Seite sind die einzelnen Grundvokabeln mit erklärenden Illustrationen.
Kinder können auch ohne die Anleitung von Erwachsenen die Sprache erlernen.
Kinder lernen mit allen Sinnen. Sie hören, sehen, lesen und singen die Sprache.

Für alle, die sich selbst ein Bild und Ton machen wollen, bietet Terzio auch einen Blick ins Buch und das erste Lied, kann man sich auch anhören. Und zwar hier.

Fazit: Ich bin begeistert und möchte allen Eltern dieses durch und durch gelungene Projekt ans Herz legen. Denn dieses Engagement des Verlages verdient es gehört und unterstützt zu werden.










P.S. von meinem Sohn: Danke. Das ist sehr schön. Ich freue mich.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

[Türkische Kinderbücher] "Fatma fährt mit" von Stefanie Scharnberg




Fatma fährt mit: Eine deutsch-türkische Geschichte: Eine deutsch-türkische Geschichte


Fatma geziye gidiyor (Almanca-Türce bir Hikaye)


ISBN: 3522436342

Gebunden
32 Seiten
Format: 23,2 x 30,0 cm
Ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-522-43634-2
Preis: 12,90 €


erschienen im

Thienemann Verlag, 2009.


Inhalt:

Fatma ist ein türkisches Mädchen und ist gerade neu aus der Türkei in den Kindergarten gekommen. Sie spricht kaum Deutsch. Als ein Ausflug mit dem Kindergarten auf einen Bauernhof geplant ist, ist sie froh, dass ihre besten Freunde Erkan und Lasse mitfahren, denn sie bringen ihr bei, wie die Dinge heißen. Das Abenteuer kann beginnen….


Mein Leseeindruck:

Als das Buch dank Thienemann Verlag den Weg zu mir fand, war ich von der Erscheinung des Buches positiv beeindruckt. Sowohl die Illustrationen als auch das gutgefertigte Einband verdienen ein Lob. Die liebevoll gestalteten Bilder laden den Leser ein, sich noch lange nach Beenden der eigentlichen Geschichte mit ihnen und der Geschichte, die sie erzählen aufzuhalten. Da setzt meine Kritik auch an, denn die Geschichte an sich gibt leider nicht viel her und ist eher holprig und nicht in sich geschlossen. Die Sprache ist abgehackt und nicht flüssig. Auch wechselt der Erzähler zu oft und zu abrupt die Szenen, was dazu führt, dass der Leser allzu schnell das Interesse verliert. Besser wäre es sicherlich gewesen weniger Szenen zu wählen, in denen man sich dafür aber länger aufgehalten hätte.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es ein deutsch-türkisches ist. Auf einer Doppelseite wird die Geschichte sowohl in deutscher, als auch in türkischer Sprache erzählt. Der Ansatz und die Idee sind lobenswert. Nur ist die Idee nicht gut umgesetzt.

Die Geschichte wird zwar als eine-deutsch-türkische Geschichte gepriesen, hat aber leider kaum kulturelle Aspekte, die die türkischen Kinder wiedererkennen könnten. Das einzig türkische ist, dass die Protagonistin Türkin ist.

Schade ist auch, dass es ein einseitiges sich beibringen der Sprache ist, schöner wäre es gewesen, wenn die deutschen Freunde auch türkische Wörter gelernt hätten, so nach dem Motto: Ich interessiere mich für Dich und deine Sprache.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Übersetzung. Die Geschichte ist nicht gut übersetzt. Sie wurde wortwörtlich übersetzt und verliert damit an Authentizität. Ich gehe stark davon aus, dass die Übersetzung nicht von einer Muttersprachlerin stammt. Tempi wurden einfach übernommen, obwohl die Ausdrücke in der türkischen Sprache anders ausgefallen wären. Hinzu kommen noch Fehler in der Übersetzung, die nicht sein dürfen.


Fazit:

Die Idee die hinter dem Buch steckt, ist wirklich sehr schön aber wurde meines Erachtens wegen oben genannten Gründen nicht gut umgesetzt. Schade!



Samstag, 11. September 2010

[Rezension] Drei auf einen Schlag!

Photo by me

Seit längerem bin ich aus diversen Gründen leider nicht dazu gekommen euch bezüglich meiner Lektüre auf den Laufenden zu bringen. Daher hier nun drei Reviews auf einen Schlag, von drei Büchern, die unterschiedlicher nicht sein könnten (mal abgesehen von ihrer hellen Covergestaltung). Verschieden Genre, mal lustig, mal „romantisch“ und mal schauderhaft.

Hier nun zu den Reviews:

Der Kuss des Engels von Sarah Lukas

erschienen im März 2010 beim Piper Verlag

416 Seiten

€ 19,95 [D]

Inhalt laut Verlag:


„Manchmal zerplatzen Träume wie Seifenblasen: Sophie glaubt, sie habe eine glückliche Zukunft mit ihrem Verlobten Rafael vor sich – bis zu dem verhängnisvollen Tag, an dem er stirbt. Die junge Frau steht vor dem Nichts. In Paris sucht sie das Vergessen, doch ein Leben ohne ihn hat für sie keinen Wert. Dann erblickt sie am Ufer der Seine eine Gestalt, die Rafael zum Verwechseln ähnlich sieht. Sophie ist überzeugt, dass er zurückgekehrt ist, doch der Fremde erinnert sich nicht an sie. Und bevor Sophie begreift, worauf sie sich einlässt, schweben sie beide in großer Gefahr. Denn er ist ein gefallener Engel, dem eine ganz besondere Mission auf der Erde zuteil wird. Und er kann sie nur mit Sophies Hilfe erfüllen …“

Wahrheiten-Rezension:

Nachdem ich diese Inhaltsangabe gelesen habe bin ich mit hohen Erwartungen an die Lektüre gegangen, die aber leider nicht erfüllt wurden. Die Rahmenhandlung ist sehr vielversprechend. Man erwartet tiefgründige Dialoge, tiefgehende Gefühlsbeschreibungen, Mut, Kampf und Kraft, aber wird leider eines besseren belehrt. Die Geschichte verrät in ihrer Inhaltsangabe mehr als das es der Roman letzendes tut. Es ist weitschweifig und unnötig langgezogen, so dass der Leser sehr schnell die Lust am Lesen verliert. Wäre da nicht die Hoffnung, auf der nächsten Seite könne noch eine Wendung kommen, so könnte man das Buch schnell zur Seite legen. Es ist schade, denn eigentlich verspricht die Autorin durch ihren Sprachstil viel Talent, aber hat mich nicht für sich gewinnen können.

Fazit: Schönes Cover aber nichts für ungeduldige Leseratten!

-----

Sieben verdammt lange Tage von Jonathan Tropper

erschienen im August beim Knaur Verlag

448 Seiten

EUR 16,95 [D]

Inhalt laut Verlag:

Die Familientreffen der Foxmans enden stets mit Türenschlagen und quietschenden Reifen, wenn Judd und seine Geschwister so schnell wie möglich einen Sicherheitsabstand zwischen sich und das Elternhaus bringen. Doch nun ist ihr Vater gestorben. Sein letzter Wunsch treibt allen den Angstschweiß auf die Stirn: Die Foxmans sollen Schiwa sitzen, sieben Tage die traditionelle Totenwache halten. Das bedeutet, dass sie auf unbequemen Stühlen in einem kleinen Raum gefangen sind und nicht davonlaufen können. Nicht vor dem, was zwischen ihnen passiert ist – und nicht vor dem, was die Zukunft für sie bereithält …


Wahrheiten-Rezension:

An dieser Geschichte ist nicht nur jede Seite lustig und amüsant. Es ist vielmehr als das. Fast jeder Satz zaubert einem mindestens ein Lächeln aufs Gesicht. Nie hätte ich gedacht, dass eine derart traurige Angelegenheit wie der Tod eines Angehörigen oder der Verrat durch den eigenen Partner so humorvoll und erheiternd erzählt werden kann. Jonathan Tropper zeigt dem Leser, wie man die Welt betrachten kann und weist auf, dass jede dunkle Seite eine erheiternde besitzt. Ganz nach dem Motto, „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ erzählt er die Geschichte eines Mannes, der über sich selbst lachen kann ohne dabei lächerlich zu wirken. Der Sprachstil ist prägnant und erfrischend und in keiner Minute langweilig.

Der Leser bekommt Einblicke in die Macken einer Familie, erkennt sich an einigen Stellen wieder und ertappt sich öfter dabei laut zu lachen!

Ein zusätzlicher Verdienst dieses Buches für mich war der Einblick in die jüdischen Bräuche, die mir noch nicht bekannt waren.

Fazit: Sieben verdammt lange Tage liest sich in verdammt kurzer amüsierender Zeit durch. Unbedingt empfehlenswert!

-----

Die Zahlen der Toten von Linda Castillo

Thriller

Taschenbuch erschienen im August bei fischerverlage

EUR 8,95 [D]


Inhalt:


In einem idyllischen Vorort von Ohio wird eine bestialisch zugerichtete Leiche einer jungen Frau im Schnee aufgefunden. Kate Burkholder, die neue Polizeichefin des verschlafenen Ortes Painters Mill steht fassungslos vor der Leiche und entdeckt die in den Bauch der Toten eingeritzten Römische Zahl: XXIII. Was hat diese Zahl zu bedeuten? Kann es sein, dass dieser Mord etwas mit den Morden vor Sechszehn Jahren zu tun haben, bei denen man auch Römische Zahlen auf den Leichen vorfand? Ist der den sie damals „den Schächter“ nannten etwa zurück? Kate steht nun vor einer großen Gradwanderung. Sie muss den Fall lösen, ohne dabei das Geheimnis von sich und ihrer Familie preiszugeben.


Wahrheiten-Rezension:


Die Geschichte um Kate Burkholder hat mich dermaßen in den Bann gezogen, dass ich öfter vergessen habe zu atmen! Linda Castillo gelingt es durch ihren Erzählstil den Leser für sich zu gewinnen und in die Geschichte zu führen. Die Ich-Erzählform verstärkt den Effekt der direkten Teilnahme noch zusätzlich. Castillo kreiert eine sehr glaubhafte und schlüssige Geschichte, die durch authentische Persönlichkeiten der Protagonisten abgerundet wird. Man fiebert, gruselt, ekelt und freut sich mit den Protagonisten und steht fassungslos der Grausamkeit der Fähigkeit von Menschen gegenüber, die zu solchen Gräueltaten fähig sind.


Fazit: Eine absolut ergreifende, mitreißende Geschichte, die man allerdings nicht im dunkeln lesen sollte. Absolut empfehlenswert!


Freitag, 4. Juni 2010

[Rezension] Filippa Bluhm: Heiraten für Turnschuhträgerinnen

photo by me


Filippa Bluhm
Heiraten für Turnschuhträgerinnen
Roman

ISBN: 978-3-462-04208-5

erschienen am 26. April 2010 beim KIWI Verlag
240 Seiten, Taschenbuch

Euro (D) 7.95



„Ja ich will!“

Ein Satz.

Eigentlich scheint heiraten ganz einfach zu sein. Zwei lieben sich und beschließen für immer zusammenzubleiben und ihre Liebe durch eine Trauung unter Vertrag zu bringen.

Eigentlich ganz einfach..aber eben nur EIGENTLICH!

Wer schon verheiratet ist, wird nur gut wissen, dass dem nicht so ist. Heiraten ist ein Experiment, eine Herausforderung und eine Metamorphose, die nicht unbedingt so einfach zu bewerkstelligen ist.

So auch für Charlotte. Als sie und Georg sich entscheiden zu heiraten ist es als begebe sie sich auf eine Hindernisparkur. Ganz entgegen ihren Erwartungen, ist so eine Hochzeitsplanung nicht unbedingt einfach. Es müssen, wie sich herausstellt, „überlebenswichtige Details“ bis zum festgelegten Termin erledigt werden. Die To-Do-Liste ist Pflichtlektüre und gilt abgearbeitet. Die Zeit läuft.

Dabei erweisen sich die meisten dieser Punkte als sehr schwierig. Angefangen von der Locationwahl, bis hin zu den Einladungskarten muss alles unter einem „Motto“ gestaltet und organisiert werden. Und da wäre noch die Frage nach dem Brautkleid. Was für ein Kleid ist für die eher Turnschuhe bevorzugende Charlotte akzeptabel? Woher bitte bekommt sie nun ein Kleid, in dem sie nicht aussieht wie Schwarzwälder Kirschtorte mit Toupet? Aber auch Charlotte muss sich im Laufe der Vorbereitungen gestehen, dass sie von der vernunftbegabten praktischen Frau zur „Braut mutiert ist“. Sie erwischt sich wie sie zu der Musik von Robbie Williams Brautmagazine durchblättert und sich kleine süße Vöglein auf die Einladungen wünscht. Es ist mir ihr geschehen....

Filippa Bluhm ist es mit dieser humorvollen Geschichte gelungen eine romantische Komödie zu kreieren, in dem der Leser sich dabei erwischt nicht nur einmal laut loszulachen. Insbesondere verheiratete Leser werden sich in der Geschichte wiedererkennen und ihren Spaß haben. Aber auch für nicht verheiratete ist dieses Buch ein Spaß.

Fazit: Eine zwar nicht anspruchsvolle aber durch und durch lustige Geschichte über das Heiraten und seine Begleiterscheinungen. Es ist die perfekte Lektüre für schöne Sommertage, eine Erfrischung für das Gemüt.